Sommergerste im Herbst säen
Was soll das bringen?
Sommergerste wurde lange überwiegend im Frühjahr gedrillt. Heute gewinnt die Herbstaussaat aus guten Gründen an Bedeutung. Welche Vorteile sie bietet und warum sich die Herbstaussaat auch für Ihren Betrieb lohnen kann, erfahren Sie hier.
Die Fruchtfolge neu denken – die Herbstaussaat schafft neue Möglichkeiten!
Die Herbstaussaat von Sommergerste ist nicht einfach ein Ersatz für die Frühjahrsaussaat, sondern eine „neue“ Winterung mit zusätzlichen Optionen in der Fruchtfolge. Viele Betriebe fragen sich derzeit, wie sie ihre Gräserbekämpfung nach dem Wegfall von Flufenacet gestalten. Hier kann die Herbstaussaat von Sommergerste ein wichtiger Baustein sein. Durch den späten Saattermin laufen deutlich weniger Problemungräser auf als bei Saatterminen Ende September/Anfang Oktober. Ein weiterer Vorteil, bei Aussaatterminen bis einschließlich 31.12. stehen alle Herbizide zur Verfügung, die auch in Wintergerste zugelassen sind. Dies erweitert die Möglichkeiten der Ungrasbekämpfung. Die im Herbst gesäte Sommergerste wird zudem sehr früh geerntet und ist damit eine ideale Vorfrucht für Raps und andere Kulturen, die früh gedrillt werden müssen. Dank ihres hohen Ertragspotenzials ist die Saat im Spätherbst häufig die wirtschaftlich beste Alternative zur späten Aussaat anderer Getreidearten, die meist mit Ertragseinbußen verbunden ist.
Weniger Zeitdruck im Herbst
Unsere für die Herbstaussaat empfohlenen Sorten sind äußerst saatzeitflexibel und können je nach Standort von Ende Oktober bis Mitte April gedrillt werden. Für die Praxis ist das ein großer Vorteil. Zunächst können alle klassischen Winterungen bestellt werden, anschließend folgt die Aussaat der Sommergerste. So werden Arbeitsspitzen entzerrt und neue Saatfenster erschlossen, ist eine Aussaat im November witterungsbedingt nicht möglich, können bessere Bedingungen in den folgenden Monaten abgewartet werden. Bodenbearbeitung und Aussaat lassen sich dadurch unter günstigen Bedingungen durchführen und Strukturschäden können vermieden werden.
Winterfeuchte bringt Ertragssicherheit
Neben den ackerbaulichen und arbeitswirtschaftlichen Vorteilen bietet Sommergerste in der Herbstaussaat mehr Ertragssicherheit als im Frühjahr bestellte Sommergerste. Durch die Nutzung der Winterfeuchte lassen sich nicht nur höhere Erträge erzielen, sondern auch die Qualitäten absichern. Die frühere Abreife im Vergleich zur klassisch im Frühjahr gesäten Sommergerste verbessert die Kornausbildung und erhöht den Vollgerstenanteil.
Das bringt zusätzliche Sicherheit bei der Vermarktung, insbesondere wenn die Herbstaussaat als Braugerste vermarktet werden soll. Sommerbraugersten wie AMIDALA, EXCALIBUR, LEANDRA und LEXY können als Braugersten zu besseren Preisen vermarktet werden als Winterfutter- bzw. Winterbraugerste. Gleichzeitig wirkt sich der im Vergleich zum Winterfuttergerstenanbau geringere Stickstoffbedarf von 120 kg N/ha positiv auf die Wirtschaftlichkeit des Gerstenanbaus aus.
Fazit:
Sommergerste in Herbstaussaat ist nicht nur ein „Ersatz“ für die Frühjahrsaussaat, sondern bietet als eigenständiger Baustein in der Fruchtfolge zahlreiche ackerbauliche und wirtschaftliche Vorteile. Die Herbstaussaat kann ein Teil der Lösung Ihrer ackerbaulichen Problemstellungen sein. Sie möchten mehr erfahren oder wissen, wie die Herbstaussaat in Ihre Fruchtfolge passt? Dann sprechen Sie uns jetzt an.